DIE NIBELUNGEN (Kurzinhalt)

1. Teil: Siegfried

In sieben Gesängen vollziehen sich Aufstieg und Fall des Helden: Siegfried erschlägt den Drachen, erbeutet den Nibelungenschatz und unterwirft zwölf Könige; er freit Kriemhild und hilft König Gunther mit einer List, Brunhild zu unterwerfen. Doch das Schicksal wendet sich gegen Siegfried: Die Rivalität zwischen Kriemhild und Brunhild sowie Gunthers Treuebruch werden ihm zum Verhängnis. Hagen Tronje tötet  heimtückisch den Helden, doch die Tat bleibt ungesühnt.

 

Siegfried, einziger Sohn des Königs der Niederlande, lernt bei Mime, dem Meister edler Waffenkunst, das Schmiedehandwerk. Als der strahlende Jüngling ein Schwert fertigt, das selbst Schwanenflaum zu spalten vermag, sieht sich der neiderfüllte Meister am Ende seiner Kunst: „Kehre heim nach Xanten, Siegfried, König Siegmunds Sohn! Selbst ich vermag dich nichts mehr zu lehren!“

 

Als er von einem alten Schmiedeknecht vom Hof der Burgunder zu Worms, König Gunther und der Schönheit dessen Schwester Kriemhild hört, beschließt Siegfried kühn, diese zu freien. Das Spottgelächter der wüsten Knechte bringt ihn in Rage. Der tückische Schmiedemeister Mime weist ihm den Weg nach Worms, der durch den Wald des gewaltigen Drachen führt. Unerschrocken nimmt Siegfried den Kampf mit dem Feuer speienden Ungetüm auf und bezwingt es mit seinem Schwert. Das Bad im Drachenblut macht ihn unverletzlich – bis auf eine Stelle, auf die ein Lindenblatt gefallen ist.

 

Seine Heldentaten gehen von Mund zu Mund und eilen ihm voraus. Volker von Alzey singt am Hofe zu Worms das Lied vom Drachentöter, der dem Zwergenkönig Alberich den unermesslichen Hort der Nibelungen abgewann und mehr als zwölf Könige zu seinen Vasallen machte. Als Siegfried eintrifft, erweist ihm König Gunther gegen den Rat seines Vertrauten, Hagen Tronje, die Gastfreundschaft.

 

Freimütig wirbt der Held um Kriemhild, der im Schlafe durch den „Falkentraum“ bereits eine Vorahnung des tragischen Schicksals erschienen ist. Die Burgunder stellen Siegfried eine Bedingung: Nur wenn er im Dienste Gunthers helfe, die tapfere Königin Brunhild zu gewinnen, gebe der Burgunder-König seine Schwester frei. Zunächst ist für den stolzen Siegfried dieser Vasallendienst unvorstellbar, doch das Erscheinen Kriemhilds lässt ihn einwilligen.

 

Auf geht es nach Isenland, zur flammenumloderten Burg der kühnsten und stärksten Herrscherin. Überrascht, dass nicht der strahlende Held Siegfried, sondern der schwächliche Gunther sich mit ihr messen will, nimmt Brunhild den Kampf siegessicher an: Schon viele Freier mussten für ihren Mut büßen. Doch dank Siegfrieds Hilfe, der durch die von Alberich erbeutete Tarnkappe unsichtbar ist, wird die gewaltige Brunhild im Wettstreit von Gunther überwunden. Noch bleibt die Täuschung unbemerkt.

 

Zurück in Worms wird Doppelhochzeit gefeiert: Brunhild und Gunther, Kriemhild und Siegfried. Um die Ehe zu vollziehen, muss Siegfried ein weiteres Mal Brunhild in der Gestalt seines Schwagers bezwingen. Widerstrebend willigt er ein. Ein Schlangenreif Brunhilds, den die arglose Kriemhild später findet, treibt das Verhängnis immer weiter voran: Siegfried weiht seine Frau in den Betrug ein, doch ihre beschworene Verschwiegenheit hält einem Streit mit Brunhild nicht stand. Vor dem Dom reizt Brunhild ihre Rivalin, bis diese sich unbedacht revanchiert und das Geheimnis erzählt. Rasend vor Scham und Schmerz fordert Brunhild den Tod Siegfrieds.

 

Brunhild gelingt es, eine tödliche Intrige zu spinnen: Gunther gibt den geheimen Befehl, Siegfried anlässlich einer Jagd zu töten. Hagen entlockt dafür Kriemhild das Geheimnis von Siegfrieds verwundbarer Stelle, die sie zudem mit einem Kreuz markiert. Doch anstatt die Schwachstelle wie vorgegeben zu schützen, ermordet Hagen den nichts ahnenden Helden aus dem Hinterhalt. Tödlich getroffen vom Speer, bricht Siegfried zusammen, seine Leiche wird der getäuschten Ehefrau übergeben.

 

Als Kriemhild Rechenschaft fordert und Hagen anklagt, stellen sich ihre Brüder in Nibelungentreue vor den Mörder. Kriemhild schwört: „Hagen Tronje – du wirst meiner Rache nicht entgehen!“ Brunhilds Rache ist geglückt, doch der von ihr verehrte Held tot. Bei der Totenwache für Siegfried nimmt sie sich das Leben.

 

2. Teil: Kriemhilds Rache
In sieben Gesängen vollzieht sich die Rache von Kriemhild. Um den Tod an Siegfried zu sühnen, willigt sie in die Ehe mit dem Hunnenkönig Etzel ein. Als sie diesem einen Thronerben schenkt, werden die Burgunder eingeladen. Doch das Fest dient Kriemhilds Racheplan: Weil König Gunther, seine Brüder und ihre Verbündeten in Treue zu Hagen Tronje stehen, entbrennt ein Morden, an dessen Ende alle Handelnden und der Nibelungenschatz untergegangen sind.

 

Durch die heimtückische Mordtat sind Lachen und Leben in Burgund erloschen. Kriemhild trägt Trauer um ihren Gatten, Siegfried, und wartet vergeblich auf Gerechtigkeit. König Etzel lässt durch Markgraf Rüdiger von Bechlarn um ihre Hand anhalten. Die Chance zur Rache erkennend, willigt Kriemhild dem Werben ein und fordert von Rüdiger einen Treueschwur.

 

Hagen, auf dessen Kopf Kriemhild das Gold von Siegfrieds Nibelungenhort ausgesetzt hat, durchschaut ihre Absichten. An einem geheimen Ort im Rhein versenkt er den sagenhaften Schatz. Unversöhnt verlässt Kriemhild Worms und wird im Hunnenland von König Etzel wie eine Gottheit empfangen. Im Gepäck trägt Kriemhild ein Stück heimatlicher Erde, getränkt vom Blut des geliebten Siegfried.

 

Als Etzel bei der Belagerung Roms erfährt, dass Kriemhild ihm einen Thronfolger geschenkt hat, bricht er den Feldzug ab. Aus tiefster Dankbarkeit will er seiner Gemahlin einen Wunsch erfüllen: Kriemhild bittet ihn, ihre Brüder einzuladen.

 

Kurz vor der Sonnenwende treffen die Burgunder ein und werden würdevoll empfangen. Aber in der Nacht hetzt Kriemhild die Hunnen heimtückisch zum Überfall auf die schlafenden Burgunder. Hagen jedoch hält Wache und vereitelt den Plan. Kriemhild mahnt Etzel an seinen Schwur und fordert ihn auf, Hagen zu töten. Doch dem Gesetz der Wüste folgend, weigert sich König Etzel, die Hand gegen seine Gäste zu erheben.

 

Beim Festmahl zum Sonnwendfest tafeln die misstrauischen Burgunder und ihre Begleiter, Dietrich von Bern und sein Waffenmeister Hildebrand, am Tische Etzels in voller Rüstung. Unter einem Vorwand lässt Kriemhild ihren Sohn bringen. Zur gleichen Zeit werden im Knechtsaal die Burgunder von den Hunnen überfallen. Tödlich verletzt, kann Dankwart die Burgunder im Königssaal warnen. Als Hagen den Sohn Etzels und Kriemhilds enthauptet, beginnt ein grausamer Kampf.

 

In Treue zu Hagen verschanzen sich die Ritter gegen die anstürmenden Hunnen. Kriemhild zwingt Rüdiger von Bechlarn, der ihr durch einen Eid verpflichtet ist, nun zum Kampf gegen die Burgunder. Rüdiger fällt dabei genauso wie Kriemhilds Brüder Giselher und Gerenot.

 

Hagen jedoch bleibt am Leben. Kriemhild befiehlt schließlich, den Saal in Brand zu setzen. Die Burgunder bereiten sich auf ihr Ende vor. Schließlich betritt Dietrich von Bern, Etzels Vasall, den Saal und findet als einzige Überlebende Hagen und König Gunther.

 

Siegfrieds Schwert wird Hagen abgenommen und Kriemhild übergeben. Doch das Versteck des Nibelungenhorts will Hagen nicht preisgeben. Er habe geschworen, es nicht zu verraten, solange einer seiner Könige lebe, woraufhin Kriemhild Gunther köpfen lässt. Als Hagen weiterhin schweigt, erschlägt Kriemhild ihn mit Siegfrieds Schwert.

 

Kriemhilds Rache ist vollendet. Hildebrand, der Waffenmeister Dietrich von Berns, tötet sie daraufhin durch einen Schwerthieb. König Etzel befiehlt, ihren Leichnam heim zu Siegfried zu bringen.

 

Credits: filmportal.de

Quelle: filmportal.de

 

Audio EPK zu DIE NIBELUNGEN (DE 1924/2010):